Historischer Abriss

Bergsänger gibt es in Freiberg urkundlich verbürgt seit etwa Mitte des 16. Jahrhunderts. Später, im Jahre 1683 bestellte Oberberghauptmann Abraham von Schönberg 8 Bergleute zu Bergsängern, die teilweise von der Arbeit unter Tage befreit waren. (Original Bestallungsurkunde) Immer wiederkehrende Beschwerden aus der Bevölkerung hatten dazu geführt, daß der Bestallung ein umfangreicher Katalog an Verhaltensvorschriften beigefügt wurde, welcher u.a. das Betragen in der Öffentlichkeit, aber auch die Nachwuchspflege beinhaltete.

Große Verdienste um die Bergmusik im allgemeinen kommen Berghauptmann Freiherr von Herder zu, der 1827 anordnete, Berglieder und Bergreime zu sammeln und in einem Buch zu veröffentlichen. Auf ihn geht auch die Anschaffung von Russischen Hörnern zurück, die heute im Stadt- und Bergbaumuseum der Stadt Freiberg bewundert werden können. Die Tradition des damals von Herder reorganisierten Bergmusikkorps wird heute vom Bergmusikkorps "Saxonia" fortgeführt.

Gründung unseres Ensembles

Im September 1995 befanden 5 Freiberger bzw. Wahlfreiberger, das es an der Zeit wäre, auch die Tradition der Bergsänger wieder aufleben zu lassen. Ansätze dazu waren bereits Geschichte, als unter der Initiative des damaligen Vorsitzenden des Fördervereins "Himmelfahrt Fundgrube e.V.", Nicolaus Schindler, und der künstlerischen Leitung von Steffen Döhner sich die späteren Bergsänger zum ersten Male trafen. Anlass war ein geplanter Auftritt zur feierlichen Einweihung des Huthauses in Bräunsdorf. In nur 3 Stunden Probe wurden drei vierstimmige Sätze einstudiert und am 8. September 1995 der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei wurde von einem Journalisten der Lokalpresse der Name "Freiberger Bergsänger" geboren.
Im November begann dann die regelmäßige Probenarbeit mit dem Ziel, zu verschiedenen Feiern in der Vorweihnachtszeit aufzutreten. Die Zahl der Mitstreiter stieg auf 6, wobei aus gesundheitlichen Gründen unser Nestor Nicolaus Schindler ausscheiden musste. So wurden mit einem Repertoire von nunmehr 9 Liedern Barbarafeiern und Weihnachtsfeiern ausgestaltet. Von Anfang an erfolgten alle Auftritte in schlichten, schwarzen Bergkitteln, die bis zur Anschaffung eigener aus dem Bestand des "Himmelfahrt Fundgrube e.V." entliehen wurden. Die Konzeption sieht eine Gruppe von 10 Herren vor, die vier- bis sechsstimmige Sätze vorträgt. Sie soll sich aus 3 ersten Tenören, jeweils 2 zweiten Tenören und ersten Bässen sowie aus 3 zweiten Bässen zusammensetzen.

Entwicklung seit 1995

Seitdem wurde intensiv an der Erweiterung der Repertoires gearbeitet. Dabei wurde versucht, alle Themen des bergmännischen Liedgutes zu berücksichtigen. Inzwischen umfaßt das Repertoire 58 Stücke, meist vierstimmige Winterlieder, Trinklieder, geistliche Lieder, Lieder zum Lob des Bergmannstandes u.a. Höhepunkte in unserer "Karriere" waren unter anderem Auftritte:

1997 haben wir gemeinsam mit dem Bergmusikkorps "Saxonia" die CD "Glück auf aus Sachsens Berghauptstadt" eingespielt. Inzwischen haben wir Erfahrungen mit Fernsehauftritten, Rundfunkaufnahmen und vielen Konzerten.

Demnächst sind hier ein paar Bilder aus unserer "wechselvollen" (Besetzung!) Geschichte zu finden.